Aktuell

Handwerkertage und Live-Musik im Gruberhof

Wenn an Pfingsten zahlreiche Handwerker im Gruberhof ihre „Werkstatt“ einrichten, dann gibt’s was zu sehen … Jung und Alt sind eingeladen, den fingerfertigen Spezialisten an beiden Feiertagen über die Schulter zu schauen, mit ihnen zu plaudern und zu staunen, was man vor noch gar nicht so langer Zeit überall in direkter Nachbarschaft, wenn nicht sogar in der eigenen Familie, mit seiner Hände Arbeit hat herstellen können und müssen. Material- und Werkzeugkenntnis sowie Jahrhunderte alte Erfahrung waren vonnöten und „wie´s früher mal war“, das kann man an beiden Feiertagen erleben.

Besonders Familien aber auch Wander- oder Radfahrergruppen finden im Gruberhof im Raibacher Tal 22 in Groß-Umstadt ein ideales Ziel, denn nicht nur „Handwerk und Live-Musik“, sondern auch ein erstaunliches Museum, Geschichte und Gemütlichkeit laden zum Verweilen ein.

Im „Kaufmannsladen“ können sich Kinder wieder eine Naschtüte zusammenstellen lassen und für kleines Geld kaufen, selbstverständlich „schießt“ der Vereins-Bäcker am Pfingstsonntag wieder leckere Sauerteigbrote in den Steinofen ein, die dann am Nachmittag verkauft werden. Auch hier ist Zuschauen ausdrücklich willkommen. Zwischendurch lohnt sich der Rundgang durchs bürgerliche Wohnhaus und das Museum, Führungen durch die Ausstellungsräume sind jederzeit möglich. Besonders empfohlen sei die seit Ostern komplett neu gestaltete Ausstellung zum „Jüdischen Leben in Groß-Umstadt.“

Leckerer Spießbraten, Bratwurst oder Paprikagriller verwöhnen die Gaumen, Erfrischungsgetränke, selbst gekelterter Äppelwoi, Umstädter Wein, Fassbier und fair gehandelter Kaffee zum selbst gebackenen Kuchen machen den Aufenthalt wie immer auch kulinarisch zum Genuss. Wie immer sind alle Produkte „bio - regional - fair“.

An beiden Pfingstfeiertagen ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Und wer die Musik von Creedence Clearwater Revival mag und erleben will, ist am Montagnachmittag ab 13 Uhr genau richtig. Ca. drei Stunden lang bringt „CREEDENCE forever“ die Superhits aber auch weniger bekannte Titel zu Gehör, präsentiert im authentischen, „handgemachten“ Sound der 70er - ohne Schnickschnack. Also, Spaß pur! Mehr: www.creedenceforever.de.

 

Monatlicher Handarbeitstag im „Kuhstall“

Jeden 1. Sonntag im Monat findet im „Kuhstall“ des Gruberhof-Museums in Groß-Umstadt auch während der Winterpause der offene Handarbeitstreff statt. Dazu laden Heidelore Andres und ihre Damen sehr herzlich ein.

Ab 14 Uhr findet das offene und freie Miteinander statt, Gelegenheit, zusammenzusitzen, sich austauschen, Erfahrungen weiterzugeben oder vielleicht das Stricken, Häkeln, Stopfen, Nähen, Sticken, Spinnen oder Weben wieder oder ganz neu zu entdecken. Das lockere Miteinander bietet insbesondere für Kinder und Jugendliche eine Möglichkeit, sich diesen kleinen Handarbeitstechniken zu nähern, die in der Schule oft nicht mehr vermittelt und im Alltag kaum noch angewendet werden. Wer auch immer mal reinschnuppern möchte, bringe sich bitte gleich alle Utensilien mit oder komme einfach zum Schauen, Plaudern und Abgucken vorbei.

Reminiszenzen an Umstädter Persönlichkeiten

Umstädter Persönlichkeiten im "Kuhstall"

Eine sehenswerte Ausstellung über Umstädter Persönlichkeiten ist seit dem Internationalen Museumstag 2011 im Kuhstall des Gruberhofes zu sehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Künstler und Erfinder, die Bürgermeister von Johann Sebastian Heyl bis Ludwig Wedel, Unternehmer sowie viele andere bedeutende Personen. Nach einigen von ihnen sind Straßen in Groß-Umstadt benannt worden: Otto Sturmfels zum Beispiel, der zu den bekanntesten Strafverteidigern der Weimarer Zeit gehörte. Als erklärter Gegner des Nationalsozialismus übte er oft freimütig Kritik an dem Gebaren der neuen Regierung. Nach dem gescheiterten Putsch gegen Hitler am 20. Juli 1944 wurde auch Otto Sturmfels verhaftet und kam zusammen mit dem früheren Darmstädter Bürgermeister Delp und dem Semder Sozialdemokraten Heinrich Reinhard in das KZ Dachau, wo er ums Leben kam.

Ziel des mittlerweile 34. Internationalen Museumstages 2011 war es, auf das breite Spektrum der Museumsarbeit und die thematische Vielfalt der etwa 6.500 Museen in Deutschland aufmerksam zu machen. Im Jahr 1977 ins Leben gerufen, möchte der Internationale Museumstag den Museen in aller Welt die Möglichkeit geben, gemeinsam auf die Bedeutung ihrer Arbeit als Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben hinzuweisen, und gleichzeitig Besucher ermuntern, die in den Einrichtungen bewahrten Schätze zu erkunden.

Mit dem Thema „Reminiszenzen an Umstädter“ ist im Kuhstall des Gruberhofs eine Dokumentation entstanden, die in dieser Form bisher noch nicht zu sehen war. Der Umstädter Museums- und Geschichtsverein hat dafür alte Fotografien wieder aufbereitet und viele Informationen strukturiert und gut lesbar an die Wände gebracht. Wer beispielsweise die Hofseite des Kuhstalls studiert, findet dort unter anderem Werke von Hartmut Pfeil, der zwischen 1944 und 1949 seine Sicht auf Groß-Umstadt festhielt, Umstädter Ansichten und Federzeichnungen von Lutz Krauß oder Holzreliefs und Schnitzkunst von Ludwig Gansler und Erhard Kulb sowie Bilder von den noch sehr lebendigen Hobbymalern Hans Zanus und Georg Brenner.

Ergänzt wird diese Galerie um Umstädter Persönlichkeiten wie Hanns Trippel, den Erfinder des Amphibienfahrzeuges, Dr. August Otto Föppl, hochverdienten Professor für Technik, Mechanik und grafische Statik oder auch Rosa Heinz und Karl Zibulski. Weiter gibt es Informationen über Orgelbauer Heinrich Bechstein, von dem die Orgel in der Habitzheimer Kirche stammt und die Brauereibesitzer Ganß und Eidmann sowie den Busunternehmer Fritz Heckmann mit seiner in Umstadt fast legendären Straußwirtschaft „Am Gänseweiher“. Dass Otto Frank, geboren 1865 in Groß-Umstadt, Arzt und einer der bedeutendsten Herz-Kreislauf-Physiologen war, wissen vielleicht nicht viele, ebenso wenig, dass Professor Dr. Christoph Vogel, Chemiker und Naturwissenschaftler, sich besondere Verdienste mit der Beteiligung an der geologischen Landesaufnahme erworben hat. Weit geläufiger sind den Umstädtern da schon Namen wie der des Architekten Hermann Bickelhaupt oder Wilhelm Fabricius, Bibliothekar und Historiker. Auf eine ausgedehnte Entdeckungsreise kann sich also begeben, wer die Ausstellung besucht. Diese wird auch weiterhin im Gruberhof zu sehen sein.

Beinahe jeder Umstädter kennt wohl die Federzeichnungen des Lehrers Lutz Krauß, mit denen er viele Winkel des alten Umstadt festgehalten hat. Die Stadt benannte nach ihm eine Straße.

Alte Rezepte gesucht

Sie kochen und backen gerne und probieren selbst mal Omas oder gar Uromas Rezepte aus? Der Umstädter Museums- und Geschichtsverein e.V. sucht nicht nur für mittelalterliche Veranstaltungen sondern auch für seinen Fundus Rezepte von „anno dunnemals …“.

Sollten Sie richtig schöne und verlockende, durchaus auch schlichte Rezepte haben, lassen Sie sie uns zukommen, wir kopieren Sie gerne, damit Ihnen die Originale nicht verloren gehen. Es genügt ein Couvert persönlich in den Briefkasten am Gruberhof oder per Post:
Umstädter Museums- und Geschichtsverein e. V.
Raibacher Tal 22
64823 Groß-Umstadt
Bitte denken Sie an Ihren Absender und die Telefonnummer, damit wir Sie anrufen bzw. die Rezepte zurückgeben können. Wir freuen uns schon jetzt auf eine Sammlung für Genießer …