Aktuell

„Kraut und Rüben“

Sehr herzlich eingeladen sind alle Bürgerinnen und Bürger aus Nah und Fern wieder zum Brauchtumstag des Umstädter Museums- und Geschichtsverein im Gruberhof, Raibacher Tal 22, am Sonntag, dem 03.09. ab 11 Uhr. Dieser Tag steht unter dem Motto „Kraut & Rüben“, u.a. weil den ganzen Tag über frisches Weißkraut gehobelt und eingelegt wird, eine Äpfelschälmaschine zum Einsatz kommt und unterschiedliche Rübensorten sowie Gerätschaften zur Verarbeitung ausgestellt werden.

Hinzu kommt ein Kräuter- und Likörstand mit selbst hergestellten Leckereien, und das alte Waffeleisen kommt zum Einsatz. Auf einem holzbefeuerten Küchenherd wird das Eisen mit viel Geschick gewendet, bis eine leckere Herzchenwaffel herauskommt. Ein großer Genuss für kleines Geld. Für Kinder bietet der Verein erstmals eine Museumsrallye an. Bis 10-Jährige dürfen in den Ausstellungsräumen mehrere „Musinchen“, typische Museumsmäuse, suchen und für die älteren gilt es, ganz bestimmte Objekte aufzusuchen. Zu zweit, zu dritt bestimmt eine tolle Tour durch die verwinkelten Ausstellungsräume, in denen es vieles zu entdecken gilt.

Aber auch die Erwachsenen sollten den ausführlichen Blick ins Museum nicht verpassen. Wertvolle Ausstellungsstücke und Einblicke in die Stadtgeschichte, die Handwerkerstuben, den Vorratskeller, die Gesindewohnung oder die landwirtschaftliche Ausstellung lohnen sich garantiert. Die Abteilung „Jüdisches Leben“ ist ganz neu aufgestellt, das bürgerliche Wohnhaus und der Bauerngarten sind allemal sehenswert. Und selbstverständlich gibt es deftiges Essen, u.a. eine hausgemachte Gemüse-/Kartoffelsuppe, auf Wunsch ergänzt um eine Siedewurst, oder auch die beliebte Bratwurst vom Grill. Am Nachmittag darf man sich auf einen fair gehandelten Kaffee und eine üppige Kuchentheke freuen. Selbstverständlich gibt es selbst gekelterten Apfelwein, Umstädter Wein und frisches Fassbier. Der Verein und die fleißigen Helferinnen und Helfer freuen sich auf Ihren Besuch mit der ganzen Familie!

Wer mit dem Auto kommt, ist herzlich aufgefordert, über die Straße „Am Herrnberg“ auf der Rückseite des Museumsgeländes anzufahren, dort bietet der Sportplatz, der als Parkplatz freigegeben ist, ganz viele Stellplätze direkt am Gruberhof und am Spielplatz der Freizeitanlage „Bleiche“.

Am 2. und 3. Septemberwochenende wird das Museum sonntags geschlossen bleiben, weil am 09./10.09. Bauernmarkt und vom 15.09. bis 18.09. in Groß-Umstadt Winzerfest gefeiert wird. Am 24.09. ist dann wieder üblicher Sonntagsbetrieb, am 01.10. lädt Heidelore Andres wieder zum monatlichen Handarbeitstag in den „Kuhstall“ ein und am 08.10. endet die aktuelle Saison mit dem beliebten Kelterfest. Wer also noch mal die gemütliche Atmosphäre und ein wenig „Wie´s früher war“ schnuppern möchte, hat an den verbleibenden Tagen reichlich Gelegenheit.

Monatlicher Handarbeitstag im „Kuhstall“

Jeden 1. Sonntag im Monat findet im „Kuhstall“ des Gruberhof-Museums in Groß-Umstadt auch während der Winterpause der offene Handarbeitstreff statt. Dazu laden Heidelore Andres und ihre Damen sehr herzlich ein.

Ab 14 Uhr findet das offene und freie Miteinander statt, Gelegenheit, zusammenzusitzen, sich austauschen, Erfahrungen weiterzugeben oder vielleicht das Stricken, Häkeln, Stopfen, Nähen, Sticken, Spinnen oder Weben wieder oder ganz neu zu entdecken. Das lockere Miteinander bietet insbesondere für Kinder und Jugendliche eine Möglichkeit, sich diesen kleinen Handarbeitstechniken zu nähern, die in der Schule oft nicht mehr vermittelt und im Alltag kaum noch angewendet werden. Wer auch immer mal reinschnuppern möchte, bringe sich bitte gleich alle Utensilien mit oder komme einfach zum Schauen, Plaudern und Abgucken vorbei.

Reminiszenzen an Umstädter Persönlichkeiten

Umstädter Persönlichkeiten im "Kuhstall"

Eine sehenswerte Ausstellung über Umstädter Persönlichkeiten ist seit dem Internationalen Museumstag 2011 im Kuhstall des Gruberhofes zu sehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Künstler und Erfinder, die Bürgermeister von Johann Sebastian Heyl bis Ludwig Wedel, Unternehmer sowie viele andere bedeutende Personen. Nach einigen von ihnen sind Straßen in Groß-Umstadt benannt worden: Otto Sturmfels zum Beispiel, der zu den bekanntesten Strafverteidigern der Weimarer Zeit gehörte. Als erklärter Gegner des Nationalsozialismus übte er oft freimütig Kritik an dem Gebaren der neuen Regierung. Nach dem gescheiterten Putsch gegen Hitler am 20. Juli 1944 wurde auch Otto Sturmfels verhaftet und kam zusammen mit dem früheren Darmstädter Bürgermeister Delp und dem Semder Sozialdemokraten Heinrich Reinhard in das KZ Dachau, wo er ums Leben kam.

Ziel des mittlerweile 34. Internationalen Museumstages 2011 war es, auf das breite Spektrum der Museumsarbeit und die thematische Vielfalt der etwa 6.500 Museen in Deutschland aufmerksam zu machen. Im Jahr 1977 ins Leben gerufen, möchte der Internationale Museumstag den Museen in aller Welt die Möglichkeit geben, gemeinsam auf die Bedeutung ihrer Arbeit als Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben hinzuweisen, und gleichzeitig Besucher ermuntern, die in den Einrichtungen bewahrten Schätze zu erkunden.

Mit dem Thema „Reminiszenzen an Umstädter“ ist im Kuhstall des Gruberhofs eine Dokumentation entstanden, die in dieser Form bisher noch nicht zu sehen war. Der Umstädter Museums- und Geschichtsverein hat dafür alte Fotografien wieder aufbereitet und viele Informationen strukturiert und gut lesbar an die Wände gebracht. Wer beispielsweise die Hofseite des Kuhstalls studiert, findet dort unter anderem Werke von Hartmut Pfeil, der zwischen 1944 und 1949 seine Sicht auf Groß-Umstadt festhielt, Umstädter Ansichten und Federzeichnungen von Lutz Krauß oder Holzreliefs und Schnitzkunst von Ludwig Gansler und Erhard Kulb sowie Bilder von den noch sehr lebendigen Hobbymalern Hans Zanus und Georg Brenner.

Ergänzt wird diese Galerie um Umstädter Persönlichkeiten wie Hanns Trippel, den Erfinder des Amphibienfahrzeuges, Dr. August Otto Föppl, hochverdienten Professor für Technik, Mechanik und grafische Statik oder auch Rosa Heinz und Karl Zibulski. Weiter gibt es Informationen über Orgelbauer Heinrich Bechstein, von dem die Orgel in der Habitzheimer Kirche stammt und die Brauereibesitzer Ganß und Eidmann sowie den Busunternehmer Fritz Heckmann mit seiner in Umstadt fast legendären Straußwirtschaft „Am Gänseweiher“. Dass Otto Frank, geboren 1865 in Groß-Umstadt, Arzt und einer der bedeutendsten Herz-Kreislauf-Physiologen war, wissen vielleicht nicht viele, ebenso wenig, dass Professor Dr. Christoph Vogel, Chemiker und Naturwissenschaftler, sich besondere Verdienste mit der Beteiligung an der geologischen Landesaufnahme erworben hat. Weit geläufiger sind den Umstädtern da schon Namen wie der des Architekten Hermann Bickelhaupt oder Wilhelm Fabricius, Bibliothekar und Historiker. Auf eine ausgedehnte Entdeckungsreise kann sich also begeben, wer die Ausstellung besucht. Diese wird auch weiterhin im Gruberhof zu sehen sein.

Beinahe jeder Umstädter kennt wohl die Federzeichnungen des Lehrers Lutz Krauß, mit denen er viele Winkel des alten Umstadt festgehalten hat. Die Stadt benannte nach ihm eine Straße.

Alte Rezepte gesucht

Sie kochen und backen gerne und probieren selbst mal Omas oder gar Uromas Rezepte aus? Der Umstädter Museums- und Geschichtsverein e.V. sucht nicht nur für mittelalterliche Veranstaltungen sondern auch für seinen Fundus Rezepte von „anno dunnemals …“.

Sollten Sie richtig schöne und verlockende, durchaus auch schlichte Rezepte haben, lassen Sie sie uns zukommen, wir kopieren Sie gerne, damit Ihnen die Originale nicht verloren gehen. Es genügt ein Couvert persönlich in den Briefkasten am Gruberhof oder per Post:
Umstädter Museums- und Geschichtsverein e. V.
Raibacher Tal 22
64823 Groß-Umstadt
Bitte denken Sie an Ihren Absender und die Telefonnummer, damit wir Sie anrufen bzw. die Rezepte zurückgeben können. Wir freuen uns schon jetzt auf eine Sammlung für Genießer …